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Die Gruppenanalyse, wie sie sich als anerkannte Behandlungsmethode für seelisch kranke Menschen heute darstellt, hat eine übersichtliche Vorgeschichte. Sie ist durch und durch eine Frucht unseres zu Ende gehenden Jahrhunderts.
Nach den frühesten Ansätzen in Amerika, als Pratt in Boston ab 1906 Tuberkulosekranke in Gruppen unterrichtete, bedurfte es einer längeren Inkubationszeit, bis in den späten 30er Jahren in den USA (durch S. R. Slavson und A. Wolf) und in den 40er Jahren in England (durch W. R. Bion und S. H. Foulkes) praktikable Formen der Gruppenanalyse entwickelt wurden. Zu Beginn hatten noch nicht alle notwendigen „Ingredienzien“ zum Gelingen dieser neuartigen Therapiemethode zur Verfügung gestanden.
Aus Wien kamen starke Impulse von J. L. Moreno und seinem Stegreiftheater mit unterschiedlichsten sozialen Gruppen. Die Einbeziehung der Psychoanalyse erfolgte in den 20er Jahren in den USA durch T. Burrow. L. Wender, L. C. Marsh, P. Schilder, K. Lewin (um nur die wichtigsten Namen zu nennen) erschlossen neue wissenschaftliche Quellen in Neurologie, Biologie, Gestalttheorie und Soziologie und erprobten neue Anwendungsfelder z. B. mit psychotischen und süchtigen Patienten. Erst in der psychosozialen Notlage des Zweiten Weltkrieges flossen alle diese Beiträge zusammen und führten letztendlich zur „Geburt“ der Gruppenanalyse in England.
Dieses Heft dokumentiert in den Quellentexten wichtige Entwicklungsschritte dieses Prozesses mit Originalarbeiten von Burrow und Schilder, sowie einer autobiographischen Reminiszenz von Foulkes. Nach der Würdigung des unterschätzten Pionierwerkes von Burrow steht die Gruppenanalyse von S. H. Foulkes im Zentrum mehrerer Beiträge, die auch als Hommage an diesen kreativen Wissenschaftler anläßlich seines 100. Geburtstages am 3.9.1998 verstanden werden können. Die Großgruppentheorie, die Verschränkung der Gruppenanalyse mit dem jeweiligen kulturellen Hintergrund der Gruppenmitglieder, der Vergleich mit dem Bionschen Ansatz sowie das Tavis