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Wer sich heute mit der Geschichte der Gruppenanalyse befaßt wird eine überraschende Entdeckung machen: Trigant Burrow, der Autor, den wichtige Klassiker der Gruppenanalyse als den Anreger für die eigene gruppenanalytische Arbeit nennen (vgl. Foulkes 1974, 13f., Wolf , 145), ist innerhalb der gruppenanalytischen Diskussion und Theorietradition überhaupt nicht präsent. Seine Schriften sind unbekannt. In dem wichtigen Sammelband von Kaplan und Sadock (1971) „Comprehensive Group Psychotherapie“ wird Trigant Burrow zwar in dem einführenden Übersichtskapitel zur Geschichte der Gruppentherapie von E. J. Anthony als Begründer der Gruppenanalyse erwähnt, er wird aber mehr als ein Vorläufer der gruppendynamischen Theorietradition betrachtet, und in der zugehörigen Bibliographie sind seltsamerweise die gruppenanalytischen Schriften von Burrow nicht aufgeführt.
Es besteht die paradoxe Situation, daß von 1925-1928 die Grundlagen der Gruppenanalyse von T. Burrow in mehreren Aufsätzen auf englisch in den renommierten psychoanalytischen Zeitschriften dargelegt wurden, in einer Problemtiefe, die wir heute erst allmählich wieder erreichen, daß aber in der englisch-sprachigen gruppenanalytischen Diskussion Burrow praktisch nicht existent ist. Auf den ersten Blick verwundert es deshalb nicht, wenn dieser Autor im deutschen Sprachraum als Gruppenanalytiker auch unbekannt ist, da die Theorietraditionen, an denen die deutsche gruppenanalytische Diskussion orientiert ist, im wesentlichen die englische Tradition ist (Bion, Foulkes, W. Schindler, A. Wolf). Es überrascht dann aber schon, wenn bei einer genaueren bibliographischen Recherche zutage kommt, daß zwei der drei wesentlichen Aufsätze Burrows zur Gruppenanalyse fast zur gleichen Zeit auf deutsch erschienen sind wie auf englisch: Der 1. Aufsatz, in dem der Begriff der Gruppenanalyse eingeführt und begründet wird mit dem Titel „Die Gruppenmethode in der Psychoanalyse“ ist 1926 in der Zeitschrift „Imago“ erschienen, der 2. Aufsatz „Die La