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Die Tavistock-Tradition der Gruppentherapie, die wir hier beschreiben werden, ist die Art der Gruppentherapie, die im Adult Department der Tavistock Clinic in London, wo beide Autoren ausgebildet wurden, praktiziert und gelehrt wird. Die Theorie und Praxis ist auf psychoanalytischen Grundsätzen aufgebaut, die nicht notwendigerweise gruppentherapiespezifisch sind. Das hat zu einer gewissen stereotypen Wahrnehmung der Tavistock-Gruppen als typisch kleinianisch geführt, d. h. der Tavistock-Therapeut wird dahingehend karikiert, daß er lediglich im ‚here and now‘ interpretiert, und da es sich um Gruppentherapie handelt, nur Gruppeninterpretationen gibt. Wie bei jeder Karikatur liegt ein Körnchen Wahrheit darin, aber wir hoffen zeigen zu können, daß die Tavistock-Tradition der Gruppentherapie durchdachter und differenzierter ist, als es diese Karikatur glauben machen könnte.
Beide Autoren wurden im Adult Department der Tavistock Clinic zu Psychotherapeuten ausgebildet. Diese Ausbildung ist einzigartig, insofern es von den Kandidaten erwartet wird, daß sie psychoanalytische Therapieerfahrungen in vielen verschiedenen klinischen Bereichen erwerben, nicht nur in hochfrequenter Einzeltherapie, sondern auch in Kurztherapien, Paartherapie und Gruppentherapie. Gruppenarbeit beinhaltet sowohl Gruppentherapie als auch Gruppenarbeit mit Institutionen. Wir werden uns hier auf die therapeutische Gruppenarbeit beschränken. Von den Kandidaten wird erwartet, daß sie eine persönliche Einzeltherapie mit mindestens drei Wochenstunden unternehmen. Obwohl beachtlich viel Theorie in Form von Vorlesungen und Seminaren gelehrt wird, liegt der Schwerpunkt der Ausbildung in der Praxis mit intensiver Supervision der klinischen Arbeit durch erfahrene Kollegen. Das Ausbildungsmodell könnte als eine ‚Lehre‘ beschrieben werden, in der die Kandidaten aus ihrer klinischen Erfahrung lernen, indem sie in der Supervision über die Patienten und die Art mit ihnen umzugehen, reflektieren. Wir legen d