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Seelische Störungen sind ein gesellschaftliches Problem - ein Problem, wie die Menschen unter unseren gesellschaftlichen Bedingungen miteinander zurechtkommen. Es ist auch ein körperlich-physiologisches Problem - ein Problem biologischer Ökonomie. Gute biologische Ökonomie eines Organismus liegt vor, wenn seine Bestandteile gut funktional Zusammenwirken, ein integrales Ganzes bilden. Seelische Konflikte und seelische Erkrankungen, wirtschaftliche Konflikte und Verbrechen sind Störungen der (biologischen) Ökonomie oder der (biologischen) Anpassung, die mit unserer Persönlichkeit engstens verbunden sind. Sie sind innerlich, in uns, nicht etwas außerhalb von uns, das wir als nicht zu uns gehörig lediglich beobachten könnten. Sie stellen auch keine Probleme dar, die wir als isolierte einzelne haben, sondern als einzelne, die immer schon in einer Gemeinschaft mit anderen leben. Es sind Probleme des zusammenlebens in einer Gesellschaft. Diese Probleme sind physiologisch und ökonomisch, biologisch und gesellschaftlich.
Gruppenanalyse oder soziale Analyse ist die Analyse des Gruppengeschehens im Moment des Geschehens. Eine soziale Gruppe oder Gemeinschaft besteht aus Personen, von denen jede einzelne sich versteht als jemand, der unter dem Symbol „Ich“ oder „Ich selbst“ gefaßt werden kann. Dieses Symbol, das ausdrückt, daß jeder sich (sozusagen) selber besitzt, wird von den Mitgliedern der (jeweiligen) Gruppe akzeptiert. Es ist die Basis ihrer wechselseitigen Verständigung. Aber das „Ich“, das als solches akzeptiert wird, ermöglicht keine Analyse seines gesellschaftlichen Charakters. Die Gruppe, die aus einzelnen „Ichs“ zusammengesetzt ist, ist ebensowenig einer Analyse ihres gesellschaftlichen Charakters zugänglich. Die Summe der Eindrücke, die von den verschiedenen „Ichs“ symbolisiert werden und ausgehen, lenkt die Aufmerksamkeit ü