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Klaus Thonack bringt zu Beginn seiner weitausholenden, literaturwissenschaftliche und philosophische Interpretationen verbindenden Studie über Freud gute Gründe an, diesen gleichsam als Paradigma für einen Autor zu nehmen, der nicht nur einen singulären Corpus von Schriften hervorgebracht hat, sondern dessen Werk vielmehr die Ermöglichung einer ganz neuen diskursiven Ordnung leistet. Im Sinne Foucaults ließe er sich also als ein „Diskursivitätsbegründer“ bzw. „transdiskursiver Autor“ verstehen. Diese Rede schließt nicht nur die im Rahmen der dekonstruktivistischen Literaturwissenschaft erkannte Pluralisierung von Autorfunktionen und die Auflösung des traditionellen Werkbegriffes ein, sie macht darüber hinaus einsichtig, daß die immer wieder notwendige „Rückkehr zu Freud(s Texten)“ bereits in Freud selbst und seinem Werk angelegt ist. Hier sind die primären Koordinaten abgesteckt, auf die sich die ihm nachfolgenden Autoren, wie sehr sie auch glauben, sich von Freud absetzen und ihn überwinden zu können, beziehen müssen.
Die Einführung des Begriffes Diskursivitätsbegründer erlaubt es aber auch, die etwa in den Diskussionen über den prekären disziplinären Status der Psychoanalyse eingeschliffene Dichotomisierung zwischen (Natur-) Wissenschaft und Kunst bzw. Literatur hinter sich zu lassen. Thonack plädiert im Anschluß an Diskurstheoretiker wie Foucault, Lacan, Derrida, Bloom etc. dafür, überkommene binäre Sortierungen zu überwinden und „Literarizität“ nicht mehr nur den im engeren Sinne literarischen Produktionen zukommen zu lassen. Denn der im Freudschen Werk vielfach festgestellte Gebrauch figurativer und rhetorischer Sprachelemente hat weitmehr als eine bloß äußerliche oder didaktische Vermittlungsfunktion für davon mehr oder minder unabhängige „wissenschaftliche“ Inhalte. Er entspringt, so Thonacks sich von dieser Position absetzender Leitgedanke, dem besonderen Gegenstand der Psychoanalyse, dem Unbewußten und seiner ihm eigenen und nicht äußerlichen Form der Darste