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Die Geschichte der Kinderanalyse beginnt mit der von Freud supervidierten Behandlung des „kleinen Hans“ durch dessen Vater Max Graf. 1909 schrieb Freud, daß er seit Jahren seine Schüler und Freunde anzueifern pflegte, „daß sie Beobachtungen über das zumeist geschickt übersehene oder absichtlich verleugnete Sexualleben der Kinder sammeln mögen“. Dem folgten seine Schüler in Scharen. Als prominente, oft übersehene Beispiele seien hier nur herausgegriffen: C. G. Jung „Über Konflikte der kindlichen Seele“ und Karl Abraham „Klein Hilda: Tagträume und ein Symptom bei einem siebenjährigen Mädchen“ (, veröffentlicht erst ).
Nach dem „Skandalon der ersten Kinderanalyse“, wie Veronica Mächtlinger die zeitgenössische Reaktion in ihrer instruktiven Einleitung zur Taschenbuchausgabe des „kleinen Hans“ betitelt hat, folgte eine zunächst zaghafte heilerzieherische Kindertherapie durch Hermine Hug-Hellmuth in Wien, die bald von neuen kinderanalytischen Entwicklungen in Berlin/London und Wien, verbunden mit den Namen von Melanie Klein und Anna Freud, abgelöst werden sollte.
Obwohl die beiden großen Schulen der Kinderanalyse, die mit der Emigration der Berliner und Wiener Psychoanalyse in London ab 1938 aufeinanderprallten, jede für sich eine bis heute fruchtbare und wissenschaftlich ergiebige Entwicklung genommen haben, ist die Kinderanalyse bis heute ein „Stiefkind“ der internationalen Psychoanalyse geblieben, deren Ausbildung bis heute vielerorts die gebührende Anerkennung versagt wird.
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