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Freud legt im siebten Kapitel der Traumdeutung u. a. dar, „daß beim Vergessen des Traums eine feindselige Absicht nicht gefehlt“ (1900a, S. 522) habe. Kleins Notizen zu ihrer ersten in Berlin aufgenommenen Behandlung, der Analyse eines 13jährigen Jungen, über den sie später unter dem Pseudonym „Felix“ veröffentlichen wird (1923a und b, 1925), setzen am Samstag, den 5. Februar 1921 mit dem Festhalten dieser „feindseligen Absicht“ ein: Auf der ersten Seite eines DIN A 5-Heftes notiert sie nach dem Vor- und Nachnamen ihres Patienten: „Vergisst alle Träume.“ Mit der zweiten Zeile erfahren wir, daß der Widerstand nicht ganz ungebrochen ist: „- nur einen weiss von früher her.“ Man wird hier Freuds Formulierung hinsichtlich eines der Vergessenheit entrissenen Traumteils als des wichtigsten (1900a, S. 523) auch auf diesen Traum anwenden können und seine Analyse als besonders aufschlußreich betrachten. Ganz offensichtlich hat auch Klein ihm eine große Bedeutung zugemessen. Sie hat diesen Traum als einzigen Traum aus der Behandlung von Felix veröffentlicht (1923b, S. 142), sie hat ihn 1921 gleich zweimal handschriftlich festgehalten - in dem Heft, das den Beginn der Analyse von Felix festhält, sowie in einem zweiten, bei welchem die erste Seite mit „Träume“ überschrieben ist. In letzterem wird aber dann nur dieser Traum notiert. (Das Heft enthält ansonsten weitere Behandlungsnotizen.) Sie kommt im weiteren Behandlungsverlauf auch wieder auf diesen Traum zurück, nimmt wiederholt Bezug auf einzelne Elemente … Die latente „feindselige Absicht“ im Traum scheint sie - wie ich zu zeigen versuchen werde - nicht wirklich fassen zu können. Sie sucht intuitiv, der verleugneten Angst auf die Spur zu kommen, und bemüht sich zugleich bewußt, sich an Freuds Theorie der Wunscherfüllung zu orientieren. Dazu später mehr.
Vergegenwärtigen wir uns, daß „Vergisst alle Träume“ den Anfang ihrer ersten Analyse festhält. Klein beginnt also ihre Gedächtnisprotokolle der Stunden mit ihrem ersten Patien