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Es hat sich von selbst ergeben, daß die Kinderanalyse die Domäne weiblicher Analytiker geworden ist, und dabei wird es wohl auch bleiben.
Sigmund Freud fand in der Zeit des ausklingenden 19. Jahrhunderts heraus, daß die Ursachen psychischer Störungen vieler seiner Patienten in längst vergangenen Ereignissen und Erlebnissen lagen. Seine Erforschung des Unbewußten bei seinen Patienten wurde ein gemeinsamer Weg mit ihnen in ihre frühe Kindheit. Dabei registrierte er eine Verknüpfung der neurotischen Störungen mit dem Wirken der Sexualität. In seiner weiteren Arbeit bestätigten sich seine Forschungen, daß eine im Kind existierende Sexualität und ihre Verdrängung zu frühkindlichen Konflikten mit den Folgen von psychischen Auffälligkeiten führen. Seine Wissenschaft der Psychoanalyse hob die Reichweite der kindlichen Entwicklung auf den späteren Erwachsenen deutlich hervor, und die Erziehung, oder besser, die an dem Kind verübten Erziehungsfehler, ließen keinen Zweifel mehr darüber, daß sie eine entscheidende Rolle bei der Neurosenbildung des Erwachsenen spielen.
Besonders diese Erkenntnis sprach verstärkt die Anhänger der Psychoanalyse an, die sich in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen engagierten. Die frühkindliche Entwicklung und die Bedeutung der ersten Kindheitsjahre, die Beziehung des Kindes zu seinen Eltern und seinen Geschwistern sowie die Anerkennung des Kindes als ein Träger von sexuellen Wünschen und Regungen wurden zu den Gegenständen, die es zu beeinflussen galt, um eine Entstehung von Neurosen zu verhindern. Der Rückschluß, diese Beeinflussung der kindlichen Entwicklung mit Erziehung in Zusammenhang zu bringen oder sogar zu ersetzen und Sigmund Freuds Erkenntnisse der Neurosenbildung als Basis für eine psychoanalytisch orientierte Erziehungslehre fruchtbar zu machen, lag nahe. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die grundsätzliche pädagogische Relevanz der Psychoanalyse unter deren Anhängern unbestritten. Dies ging sogar soweit, daß zwisch