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Als Anna Freud 1938 Wien verlassen mußte, ließ sie viele Dinge zurück, an denen ihr Herz hing. Dazu gehörte die im Februar 1937 aufgebaute Jackson-Kinderkrippe. Durch die großzügige Spende der Amerikanerin Edith Jackson, die bei Anna Freud ihre Fälle kontrollieren ließ, hatte Anna Freud gerade begonnen, ihren Lebenstraum wahrzumachen: für minderbemittelte, unter zwei Jahre alte Kinder eine psychoanalytische Kinderkrippe aufzubauen. Infolge des wachsenden Antisemitismus durfte die Kinderkrippe offiziell nicht unter Anna Freuds Namen geführt werden. So wurde das Projekt gezielt mit der angesehenen Montessorigesellschaft in Verbindung gebracht, zumal Anna Freud die Arbeit von Maria Montessori sehr schätzte, und man benutzte auch deren Räume.1 Die Mitarbeiterinnen waren die Lehrerin des Montessori-Kindergartens, Hilde Fischer, deren Assistentin Mizzi Milberger und die Direktorin der Kinderkrippe, Hertha Fuchs-Wertheim. Julia Deming, ebenfalls eine amerikanische Ärztin, die auch bei Anna Freud ihre Kinderanalysen kontrollieren ließ, war für die Ernährung der Kinder zuständig. Die Kinderärztin Josephine Stross hatte psychoanalytische Kurse am Wiener Institut besucht. Sie war für die medizinische Voruntersuchung und Betreuung zuständig.
Es war Edith Jacksons und Anna Freuds Wunsch gewesen, mehr beobachtete Daten über die frühe Lebenszeit zu gewinnen, besonders das zweite Lebensjahr, das sie als besonders wichtig für den Schritt von der primären zur sekundären Prozeßfunktion ansahen, sowie für die Über-Ich-Entwicklung, Triebkontrolle und die Ausbildung von Objektbeziehungen. Im letzten Jahresbericht der Kinderkrippe schrieb Anna Freud: „Wir kennen das Kind aus der Erwachsenenanalyse, also aus der historischen Rückschau: aus der Kinderanalyse, also aus der mikroskopischen Ansicht, von innen. Wir möchten sehen, wie die Erlebnisse der ersten Kinderzeit in der Aktualität und von außen gesehen ausschauen. Also Vertrautheit mit dem Kleinkind ist das Ziel“ (zit. nach Young-Bruehl 1