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Das Thema unseres Workshops „Gewalt in psychoanalytischen Institutionen“ erscheint zunächst wie ein Widerspruch in sich selbst, besteht doch die Primäraufgabe psychoanalytischer Institutionen darin, Psychoanalyse als eine Methode zu fördern, die Barrieren, Widerstände und Blockaden verflüssigt oder auflöst und eine Freiheit im Denken auf der Basis einer offenen gewaltfreien Kommunikation ermöglicht.
Denkt man an reale Gewalttaten und deren schreckliche Folgen, so mag einem eine solche Begriffswahl für unsere Themenstellung einerseits wie eine Verharmlosung von Gewalt oder andererseits wie eine Dramatisierung des ins Auge gefaßten Sachverhaltes erscheinen. Wenn das wissenschaftliche Programmkomitee eine solche Formulierung vorgeschlagen hat, so waren dabei vermutlich Vorstellungen und Erfahrungen bestimmend, die mit dem Problem der Macht und dem Machtmißbrauch in der psychoanalytischen Ausbildung zu tun haben, ebenso wie mit den vielen Feindschaften und Spaltungen innerhalb der psychoanalytischen Bewegung und innerhalb der psychoanalytischen Institute sowie mit feindseligen Auseinandersetzungen zwischen Vertretern unterschiedlicher psychoanalytischer Schulrichtungen.
Was das psychoanalytische Ausbildungssystem betrifft, so sind dort anzutreffende Mißstände über Jahrzehnte hinweg immer wieder beschrieben worden. Einige der benannten Folgen möchte ich kurz aufzählen:
Infantilisierung der Ausbildungskandidaten
Lähmung oder Erstickung von Autonomie und Kreativität
paranoide Haltungen als Folge von Idealisierungen
Atmosphäre der Indoktrination
Einschränkung des Denkens, bzw. Denkhemmungen
ideologische Vetternwirtschaft