You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Yrjö Kulovesi (; bis 1906 namentlich Ringbom2 war der erste an der Psychoanalyse intensiv interessierte Mediziner in Finnland. Er war so begeistert von dieser neuen Methode, daß er sich mittels einer Lehranalyse bei Eduard Hitschmann (-1957) und Paul Federn (-) selbst zum Analytiker ausbilden ließ. In diesem Artikel beschreibe ich die Berührungspunkte zwischen Yrjö Kulovesi und Paul Federn unter besonderer Berücksichtigung der bis vor kurzem noch unbekannten Briefe von Kulovesi an Federn aus den Jahren 1926-1932.
Kulovesi promovierte 1916 zum Doktor med. und eröffnete im gleichen Jahr eine Privatpraxis in Tampere. Neben dem Beruf als Arzt interessierte Kulovesi sich auch für Literatur, Philosophie und Kulturgeschichte. Kulovesi war schon früh international orientiert. Er folgte den Entwicklungen in der Medizin und Psychiatrie mit Hilfe ausländischer Fachliteratur. Seit Beginn der 20er Jahre vertiefte Kulovesi sich in die Psychoanalyse Freuds, die er als seine neue wissenschaftliche Errungenschaft betrachtete, und die ihn sein ganzes restliches Leben fesseln sollte. Im Kreise der finnischen Mediziner war Kulovesi bis zu seinem Tod im Jahre 1943 mit dem Interesse für die Psychoanalyse allein. Auf seiner ersten Studienreise 1909 nach Göttingen hatte Kulovesi noch nicht von der Psychoanalyse gehört und arbeitete damals auf dem Gebiet der Anatomie. Erst als er sich 1924 schon in die Freudschen Theorien vertieft hatte, reiste er nach Wien, um eine Lehranalyse zu beginnen.
Yrjö Kulovesi unternahm seine erste psychoanalytische Wien-Reise vom 1. März bis 1. Mai 1924, während der er mit enthusiastischen Gefühlen seine Lehranalyse bei Freuds frühem Anhänger Eduard Hitschmann begann. Hitschmann hatte seine psychoanalytische Praxis schon 1905 eröffnet. Für Kulovesi aber erwies sich die Analyse bei Hitschmann als Enttäuschung, und sie wurde schon nach einem knappen Monat beendet. Während dieser Reise schrieb Kulovesi an eine finnische Zeitung drei Briefe über „