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Als einen Beitrag zur Serie dieser Zeitschrift, die das Interesse für „vernachlässigte Klassiker“ wecken möchte, stelle ich hier ein Werk vor, das ich in der Geschichte der Psychoanalyse für herausragend halte: Otto Fenichels Monographie „Probleme der Psychoanalytischen Technik“ (1941). Als kleines Nebenwerk im Vergleich zu der größeren und berühmteren „Psychoanalytischen Neurosenlehre“ (1945) vom selben Autor, wird es nicht regelmäßig benutzt und ist daher nicht so bekannt wie das letztere, selbst für diejenigen, die beide Bände besitzen.
Dieses schmale, aber kompakte Werk war jedoch, bereits als es geschrieben wurde, ein „Klassiker“ und ist es, meiner Meinung nach, auch heute noch; d. h. zeitlos in seinem Inhalt und seiner Anwendbarkeit. Seine Grundsätze sind nicht nur ein dauerhafter Bestandteil der Technik geworden, sondern auch die Veränderungen am therapeutischen Verfahren, gegen die Fenichel Stellung bezieht, treten seit damals immer wieder in neuer Verkleidung auf. Die Argumente gegen Reik, Ferenczi und Alexander wie auch gegen Stekel und andere, sind weiterhin gültig. Sie können sowohl als ein Vorspiel betrachtet werden, mit dem die nachfolgenden Kontroversen verständlich werden, wie auch als Modell für psychoanalytische Debatten.
Basierend auf einer Vorlesungsreihe, die Fenichel 1936 in Wien gehalten hatte, teilt seine 1940 veröffentlichte Arbeit zeitlich die Geschichte der Psychoanalyse zwischen 1900 und 1980 und umfaßt - nicht nur historisch, sondern auch theoretisch und dem Geiste nach - zwei Ären. Da das Werk - wie es nur Fenichel vermag - alles erfaßt, was zuvor veröffentlicht wurde, und eine erstaunliche Vorausschau der kommenden Themen offenbart, möchte ich es einen „modernen Klassiker“ nennen, egal welche abschätzigen Reaktionen diese beiden Begriffe auch evozieren mögen.
In meinem kurzen Rückblick auf ein Werk, das vor gut vierzig Jahren geschrieben wurde, würde ich ein äußerst schiefes Bild von dem bieten, was ich bei diesem Buch empfinde, wenn ich