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Der umständliche, auf Vollständigkeit bedachte Titel dieses Themenheftes bedarf der Erläuterung: die geographische Bezeichnung „Ostdeutschland“ umschließt die 40jährige Geschichte des staatspolitischen Gebildes der DDR. Von „Psychotherapie und Psychoanalyse“ muß geschrieben werden, weil es in der DDR eine Geschichte der Psychoanalyse im eigentlichen Sinne nicht gegeben hat, weil sie bald unerwünscht war und ideologisch bekämpft wurde. Das heißt: in der gut hundertjährigen Geschichte der Psychoanalyse in Deutschland wird von ihren Rändern her - von vor 1945 (bzw. ) und von nach 1989 - die Leerstelle DDR umkreist.
Das „deutsche Burghölzli“ (womit eine psychiatrische Universitätsklinik bezeichnet werden soll, die analog dem Zürcher Vorbild der Psychoanalyse aufgeschlossen gegenüber gestanden hat) befand sich bemerkenswerterweise weder in München, noch in Heidelberg oder Berlin, sondern an Otto Binswangers Lehrstuhl in Jena, von wo zahlreiche Schüler psychoanalytisches Gedankengut in die Privatsanatorien trugen und sich zum Teil Karl Abraham und seiner psychoanalytischen Vereinigung anschlossen. Auch die Psychotherapiebewegung der zwanziger Jahre (erinnert sei nur an J. H. Schultz und sein Autogenes Training sowie an Lahmanns Sanatorium in Dresden-Weißer Hirsch) erhielt aus Jena entscheidende Impulse. Der Gleichschaltungs- und Anpassungsweg der deutschen Psychoanalytiker unter der NS-Diktatur spielte sich in erster Linie in der Reichshauptstadt Berlin ab, ohne daß dafür Spezifika einer Situierung im Osten Deutschlands von Belang gewesen wären.
In der frühen Nachkriegszeit gab es aus der ostdeutschen Psychotherapie noch einige Jahre Ausbildungsverbindungen zur Westberliner Psychoanalyse, bis diesen durch das Pawlowdogma der Garaus gemacht wurde. Es resultierte dann eine eigenartige Mischung aus den Lehren und Behandlungsmethoden von Harald Schultz-Henckes Neoanalyse, dem Autogenen Training von J. H. Schultz sowie sowjetischer Schlaftherapie in der Psychotherapie der DDR. D