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Wo liegt eigentlich „Ostdeutschland“? Liegt es in Ostpreußen? Pommern? Schlesien? Oder Brandenburg? Als Westberlinerin - und irgendwie bin ich's immer noch - fällt es mir schwer, meine innere Landkarte zu korrigieren: denn früher gab es für mich nur den Westen, das waren wir, und den Osten, das war alles andere drum herum: man fuhr immer nach „Osten“ in den Westen - denn auch Süddeutschland war „Westen“. Aber selbst für Westberliner hat sich die Welt um mindestens zwei Dimensionen erweitert: ich könnte sie Norden und Süden nennen - das heißt, daß unsere Welt früher auch irgendwie kleiner und enger war.
Berlin liegt in Brandenburg und damit im Osten Deutschlands. Damit wäre eigentlich auch die Berliner Vorgeschichte der Psychoanalyse Teil meiner Darstellung. Also: Karl Abraham und die bedeutenden Berliner Psychoanalytiker der ersten Generationen wären damit „Ossis“. Aber der Westen hat sie natürlich längst für sich reklamiert, weil er sich für sie interessiert und sich gern mit ihnen geschmückt hat. Daraus ist eine Vielzahl von Publikationen entstanden, auf die ich hier nicht eingehe.
Bereits im alten Vorkriegsberlin gab es eine Spaltung zwischen dem wohlhabenden Westteil und dem eher armen Ostteil der Stadt. Die Psychoanalytiker lebten alle ausnahmslos im Westen und wenn jemand in den Osten übersiedelte, wie Alfred Döblin, dann tat er es aus politischen Motiven.
Der Diktion unseres Buches (Bernhardt/Lockot: Mit ohne Freud. Gießen 2000) folgend habe ich in diesem Zusammenhang den Teil Deutschlands berücksichtigt, der später zur DDR wurde.
Die ersten Psychiater in Deutschland, die die Psychoanalyse zur Kenntnis nahmen, waren vorwiegend in Mittel- und Ostdeutschland ansässig.2