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Im 1973 erstmals erschienenen Aufsatz über Arnold Zweig und Sigmund Freud, der 1995 in unveränderter Form im Buch „Freud und die Dichter“ abgedruckt wurde, vertritt Johannes Cremerius die These, daß Zweig „nach Freuds Tod jede Verbindung mit der Psychoanalyse abbrach und sich dem Marxismus zuwandte.“2 Mittlerweile hat die Forschung diese These widerlegt und nachgewiesen, daß Sigmund Freud und die Psychoanalyse wesentliche Elemente in Zweigs Denken, Schreiben und Handeln bis zu seinem Tod blieben. Auch und gerade während der zwanzig Arbeitsjahre 1948 bis 1968 ist stetiges Engagement und Bekenntnis zu diesem bedeutenden Wissenschaftler mannigfaltig belegbar, ungeachtet dessen, daß Freud wenn nicht verboten so doch als „Unperson“ keinen Platz im ideologischen Gebäude des „real existierenden Sozialismus“ hatte. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, daß 1962 in der DDR ein Roman erscheinen konnte, dessen Hauptfigur ein Psychoanalytiker war, ein wie er selbst von sich sagt, „Schülerschüler des großen Sigmund Freud,“3 und in dem auch noch ein zweiter Psychoanalytiker, Manfred Jacobs, eine Rolle spielt. Der Roman trägt den Titel „Traum ist teuer“, sein Verfasser ist Arnold Zweig. Eine kleine Inhaltsangabe ist hier angebracht, da der Roman sowohl im Osten als auch im Westen Deutschlands nur wenigen Menschen noch präsent sein dürfte. Hauptfigur ist der jüdische Arzt Richard Karthaus, gebürtiger Österreicher und seit 1920 mit eigener Praxis in Berlin niedergelassen. Kurz nach dem Reichstagsbrand und nach einer Warnung verläßt Karthaus Deutschland und geht in die Emigration. Er verbringt mit seiner Sekretärin Jeanne Bischoff, mit der ein Verhältnis hat, einige Zeit auf einer französischen M