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Zum achten Mal trafen sich im September 2000 Psychoanalytiker aus Ost- und Westdeutschland in der Burgklinik in Stadtlengsfeld. Zehn Jahre nach der Wiedervereinigung stellte sich nicht nur die Frage nach den Veränderungen für Ost- und Westdeutsche, sondern es wurde auch diskutiert, ob und gegebenenfalls in welcher Form die Konferenz fortgeführt werden soll.
Als Teilnehmerin, die seit der ersten Tagung 1993 die Annäherung ost- und westdeutscher Psychoanalytiker miterlebt hat, gewann ich 1999 den Eindruck, daß die bisherige Gestaltung der Konferenz zwar in den ersten Jahren sinnvoll war, sich aber so nicht mehr aufrechterhalten ließ.
Die anfängliche Zielsetzung, ostdeutsche Psychotherapeuten bei der psychoanalytischen Weiterbildung zu unterstützen, ihnen mit Hilfe von Seminaren und Supervisionen Theorie und Methode der Psychoanalyse zu vermitteln sowie westdeutschen Therapeuten in den Falldiskussionen ein besseres Verständnis für die Lebensformen und Konflikte in der ehemaligen DDR zu ermöglichen, war in den ersten Jahren für beide Gruppen von großem Interesse. Hinzu kam die Neugier auf das Fremde und der Wunsch, mit Kollegen, mit denen man vor 1989 nur unter schwierigen Bedingungen auf Kongressen in Ostdeutschland oder anderen sozialistischen Ländern Kontakt aufnehmen konnte, jetzt ohne äußere Einschränkungen in einer angenehmen, gastfreundlichen Umgebung zusammenzutreffen. Es gab bei den Therapeuten aus Ost und West sehr unterschiedliche Motive für die Teilnahme an der Tagung.
Mich interessierte die Reaktion der ostdeutschen Therapeuten auf die politische Wende. Wie hatte sich für sie und ihre Patienten der Wechsel vom real existierenden Sozialismus zur Demokratie der BRD vollzogen? Welchen Einfluß hatte dies für ihre therapeutische Arbeit? Wie groß war das Interesse an der Psychoanalyse, und in welcher Form konnten wir sie bei ihrer psychoanalytischen Weiterbildung unterstützen? Zugleich wollten wir als westdeutsche Analytiker klären, was die Grenzöffnung für uns bede