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„Dies ist kein Diskussionsthema für eine wissenschaftliche Versammlung, dies ist Sache der Polizei.“
Geheimrat Prof. Dr. Wilhelm Weygandt über die Psychoanalyse, 1910 auf einem Kongreß deutscher Neurologen und Psychiater1
In seiner kurzen Darstellung zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung gab Sigmund Freud den folgenden Bericht aus der Frühzeit der Psychoanalyse:
„Die besondere Natur meiner Funde erkannte ich zunächst nicht. Ich opferte unbedenklich meine beginnende Beliebtheit als Arzt und den Zulauf der Nervösen in meine Sprechstunde, indem ich konsequent nach der sexuellen Verursachung ihrer Neurosen forschte, wobei ich eine Anzahl von Erfahrungen machte, die meine Überzeugung von der praktischen Bedeutung des sexuellen Moments endgültig festlegten. Ich trat ahnungslos in der Wiener Fachvereinigung, damals unter dem Vorsitze von v. Krafft-Ebing, als Redner auf, der erwartete, durch Interesse und Anerkennung seiner Kollegen für seine freiwillige materielle Schädigung entschädigt zu werden. Ich behandelte meine Entdeckungen wie indifferente Beiträge zur Wissenschaft und hoffte dasselbe von den anderen. Erst die Stille, die sich nach meinen Vorträgen erhob, die Leere, die sich um meine Person bildete, die Andeutungen, die mir zugetragen wurden, ließen mich allmählich begreifen, daß Behauptungen über die Rolle der Sexualität in der Ätiologie der Neurosen nicht darauf rechnen konnten, so behandelt zu werden wie andere Mitteilungen. Ich verstand, daß ich von jetzt ab zu denen gehörte, die ‚am Schlaf der Welt gerührt haben‘, nach Hebbels Ausdruck, und daß ich auf Objektivität und Nachsicht nicht zählen durfte.“2
Solcher Episoden wissenschaftlicher und menschlicher Ächtung erinnern sich die Psychoanalytiker, sobald Angriffe auf die Psychoanalyse auch heute noch gestartet werden. „Heute wie damals“ ist die Devise, unter der die Anerkennungsquerelen - nicht ohne Kampfesstolz - verrechnet