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Mit der Bemerkung: Es ist wieder mal so weit! sprach Fichtner in seiner Begrüßung wohl vielen Teilnehmern aus dem Herzen. Sowohl denen, die gekommen waren, um weitere Ergebnisse ihrer historischen Studien zu präsentieren, als auch denen, die nur als Zaungäste an der jährlichen Tagung zur Geschichte der Psychoanalyse teilnehmen wollten. Inzwischen scheint dieses Symposion ja unter Insidern so etwas wie einen Kultstatus zu genießen, was gewiß nicht zuletzt auf seinen Workshopcharakter zurückzuführen sein dürfte. So vielfältig und reichhaltig die angekündigten Themen - das Programm war, wie jedesmal, vollgespickt und konnte dennoch nicht alle Angebote berücksichtigen -, so dominant darin die Person und die Publikationen Freuds. Was zwar letztlich nicht verwunderte, aber angesichts der Vielzahl der dargebotenen spekulativen Ansätze die Frage aufwirft, ob das jeweils leitende Erkenntnisinteresse mehr historische Neugierde oder mehr eigenes Profilierungsbedürfnis war. Jedenfalls wurde Freuds prophetische Feststellung (Ich freue mich jetzt schon …) abermals glänzend bestätigt.
Ganz in diesem Sinne referierte Herbert Will - Religionskritik oder Religionswissenschaft? Eine Unklarheit bei Freud und ein Grundproblem der psychoanalytischen Religionspsychologie - seine These, daß die psychoanalytische Religionskritik mitnichten analytisch sei, sondern einem unreflektierten, also nicht analysierten Vorurteil Freuds entspringe. Zitatenreich versuchte Will zu dokumentieren, daß Freuds Atheismus lediglich der Reflex einer zeittypischen Religionskritik gewesen und deren Wurzeln deswegen in voranalytischen Zeiten zu suchen seien. Die „Aufklärung“ habe an diesem Punkt eher zur Verdunkelung als zur Erhellung beigetragen, weil die darin implizierte Religionskritik religiöse Phänomene von vorneherein als Ausdruck einer infantilen Denkverfassung denunziere. Freuds Arbeiten zur Religionstheorie ließen sich um drei Topoi gruppieren: Religionspsychologie, Religionsgeschichte und Religionskriti