You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Veröffentlichung dieses Buches bietet Psychoanalytikern Gelegenheit, vielleicht sogar eine letzte Möglichkeit, mit C.G. Jung zurechtzukommen. Wenn wir es nicht schaffen, unser Verhältnis zu Jung zu klären, sind wir selbsternannte Partisanen, Partisanen im Namen einer falschen Sache.
Jung gab es wirklich, er war ein realer Mensch, der zu derselben Zeit wie Freud lebte und der Freud unausweichlich begegnete. Die Wirkung ihrer Begegnung bietet uns Stoff für eine ernsthafte Untersuchung, und die Art und Weise ihrer Trennung ist nicht weniger interessant für den Erforscher der menschlichen Natur. Psychoanalytiker können sich hinter Freud stellen und Jung an ihm messen - oder sie können sich dafür entscheiden, beide, Jung und Freud zu betrachten und es dabei zu lassen, daß die beiden sich begegnen, ein Stück Wegs zusammen gehen und sich wieder trennen. Im letzteren Fall müssen sie allerdings ihren Jung kennen. Der Wert dieses Buches liegt darin, daß es uns ermöglicht, Jung zu einer Zeit kennenzulernen, als er von Freud und all seinen Werken noch völlig unbeeinflußt war.
Mit „diesem Buch“ meine ich die ersten 115 Seiten. Diese ersten drei Kapitel sind tatsächlich autobiographisch. Es handelt sich um eine Autobiographie, die zu den wirklich überzeugenden Autobiographien gerechnet werden muß; es gibt keinen Zweifel über den Wert dieser Kapitel und der selbstenthüllenden Aussagen, die sie enthalten. Meine Buchbesprechung bezieht sich auf diese wichtigen Kapitel, und dabei hauptsächlich auf das erste mit der Überschrift: „Kindheit“.
Ich bin überzeugt, daß jeder Psychoanalytiker diese drei Kapitel lesen muß, um Jung so zu begegnen wie er war, und ich bin sicher, daß kein Analytiker, der sie nicht gelesen hat, befugt ist, über die Begegnung von Jung und Freud zu sprechen oder zu schreiben, oder diese Begegnung und das letztliche Scheitern im wechselseitigen Verstehen zu beurteilen.
In der Auseinandersetzung mit frühen Einzelheiten aus Jungs Lebensgeschichte gerate ich Jung zufol