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Der Einmarsch deutscher Truppen in den Morgenstunden des 12. März 1938 führte zur Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich. Bereits am 16. März wurde der Pg. Dr. Anton Sauerwald von der Bezirksleitung der NSDAP Alsergrund, dem Wiener Bezirk, in dem die Wohnung Freuds und die Einrichtungen der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung lagen, mit der kommissarischen Leitung der „Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“, des „Wiener Psychoanalytischen Ambulatoriums“ und des „Internationalen Psychoanalytischen Verlages“ „betraut“, wie es in einem Bericht Sauerwalds vom 28. März an Gauleiter Bürckel heißt:
„Gleich am ersten Tage meiner Tätigkeit mußte ich sehen, daß die genannten Institutionen unter durchwegs jüdischer Führung standen (…) In dankenswerter Weise ist sofort der Vertreter des Herrn Prof. Dr. M. E. Göring, Herr Dr. Carl Müller-Braunschweig, Berlin, erschienen, der mich bei der notwendigen Umbildung des ‚Psychoanalytischen Ambulatoriums‘ und der ‚Wiener Psychoanalytischen Vereinigung‘ zu einer Wiener Arbeitsgemeinschaft des Berliner Institutes tatkräftigst unterstützte. (…) Der Internationale Psychoanalytische Verlag ist eine Gesellschaft m.b.H. Die Gesellschaftsanteile liegen in Händen von Mitgliedern der Familie Prof. Dr. Sigm. F r e u d. (…) Es besteht die Absicht, den Verlag in seiner bisherigen Form zu liquidieren (…) (und) daß nach erfolgter Änderung der Gesellschaft m.b.H: die Entlassung der jüdischen Angestellten (…) erfolgt (und) der frühere technische Leiter des Verlages Pg. August B e r a n e k, der sich seit einem Jahr aus politischen Gründen in Deutschland aufhalten mußte (…) mit der Liquidierung und dem Umbau des Verlages betraut wird“ (Akt im Österreichischen Staatsarchiv, Kopie im Archiv Th. Aichhorn).
Durch diesen gewaltsamen politischen Eingriff wurde das organisatorische Zentrum der Psychoanalytischen Bewegung vernichtet. Es war eine Vernichtung, die durchaus als eine Niederlage empfunden und verstanden