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In einem jüngst erschienenen Sammelband wissenschaftlicher Beiträge, herausgegeben unter dem Titel: „Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften“ von der Wiener Analytikerin Patrizia Giampieri-Deutsch, findet sich als einleitender Beitrag eine Zusammenfassung „politischer und soziologischer Reflexionen eines Analytikers“, die sowohl die Geschichte wie auch die gegenwärtige Situation der WPV betreffen. Diese politischen und soziologischen Reflexionen stellt der Wiener Psychoanalytiker W. Burian dem Band voran.
Burian kritisiert in seinem Artikel Sigmund Freuds „Geheimes Komitee“ als ursprüngliche Form, Psychoanalyse zu entwickeln und zu lehren. Darin sei der Keim zur Selbstabschließung der psychoanalytischen Bewegung zu sehen, der Zugang zur universitär verankerten wissenschaftlichen Forschung sei damit für die Psychoanalyse von den Anfängen an blockiert worden. Sowohl mit der Kritik am „Geheimen Komitee“ wie mit dem Ruf nach wissenschaftlicher Fundierung und der Ausweisung als wissenschaftlich beweisbarer Methode befindet sich W. Burian durchaus im Trend einer zur Zeit beliebten Art und Weise, der Psychoanalyse und ihrem Erfinder Sigmund Freud überholten Konservativismus und Unwissenschaftlichkeit vorzuwerfen.
Zu dieser Art von Wissenschaftskritik hat unter anderem bereits vor 20 Jahren Paul Parin Stellung genommen. In seinem 1985 erschienenen Artikel „Hexenjagd im Geistigen“ heißt es: „Die ernsteren (dieser) Kritiken sind im Urteil des Wissenschaftstheoretikers Karl Popper zusammengefaßt: Die Psychoanalyse ist keine Wissenschaft, denn ihre Aussagen sind ‚nicht falsifizierbar‘. In der Tat ist sie keine Naturwissenschaft, die wie alle positivistischen Wissenschaften ihre Aussagen durch wiederholbare Experimente erhärtet oder sichere Aussagen macht … diese positivistische Definition schließt die Psychoanalyse aus, ebenso wie alle anderen Humanwissenschaften“ (S. 245).
Im oben angeführten Artikel wird uns Sigmund Freud als Privatgelehrter des vorigen Jahrhunderts vorgestel