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Vieles was über Österreich und die österreichische Identität nach der Niederlage des Nationalsozialismus gesagt wurde, kann auch auf die WPV Anwendung finden. Das mag ketzerisch, ja denunziatorisch klingen, aber die Nachkriegsgeschichte der WPV ist nur im Zusammenhang mit der österreichischen politischen Realität zu verstehen. Ich habe die Geschichte der WPV während der letzten dreißig Jahre selbst miterlebt, eine Zeit, die mit einem ungeheuren Aufschwung der WPV verbunden ist. In den späten 60er Jahren mit der Studentenbewegung, aber noch mehr mit dem IPA Kongreß 1971 in Wien, der die eigentliche Rehabilitation der WPV war, kam es zu einem verstärkten Zulauf von Kandidaten. Die Psychoanalyse wurde wieder ins Bewußtsein der Menschen gerückt. Anna Freud kam erstmals seit ihrer Flucht 1938 wieder nach Wien und mit ihr viele Psychoanalytiker, die das Glück gehabt hatten, rechtzeitig aus Österreich flüchten zu können. Sie waren in der Zwischenzeit international anerkannte Wissenschaftler geworden.
Im österreichischen politischen Diskurs nahm der „Opferstatus“ Österreichs als erstes Opfer der Nazi-Aggression eine ganz elementare Rolle ein. Die Moskauer Deklaration vom Oktober 1943, die Österreich als erstes Opfer der Naziaggression anerkannte, war zum Grundkonsens der 2. Republik, zumindest was ihre Außenpolitik betraf, geworden Sie verhalf den Österreichern zu einer Exkulpierung, die sie sonst nicht so leicht erreicht hätten. Dies war auch mit nicht unbeträchtlichen materiellen Vorteilen verbunden, weil Österreich nicht so wie Deutschland zu Reparationszahlungen verpflichtet wurde. Die Doppelbödigkeit der österreichischen Nachkriegspolitik bestand unter anderem auch darin, daß der zweite Teil der Moskauer Deklaration geflissentlich übergangen wurde. Der lautet nämlich: „… Österreich wird auch daran erinnert, daß es für die Teilnahme am Kriege an der Seite Hitlerdeutschlands eine Verantwortung trägt, der es nicht entrinnen kann, und daß anläßlich der endgültigen Abrechnun