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„Psychoanalyse für Pädagogen“ hieß ein bis heute als Taschenbuch erhältliches Buch von Anna Freud, mit dem sie 1935, im Kontext der Entstehung der progressiv-reformerischen psychoanalytisch-pädagogischen Bewegung Anfang des vorigen Jahrhunderts, in allgemein verständlicher Form die Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten der Psychoanalyse für die Pädagogik darstellte. Einige Jahre zuvor, 1925, hatte Sigmund Freud mit seinem Geleitwort zu August Aichhorns „Verwahrloste Jugend“ in eindrücklicher Weise die fachliche Legitimität und weitreichende Bedeutsamkeit eines solchen Unterfangens hervorgehoben. Dieses Geleitwort, auf das auch in der vorliegenden Aufsatzsammlung vielfältig Bezug genommen wird, dient bis heute als theoretische Bezugsquelle für Versuche, Psychoanalyse mit Pädagogik zu verknüpfen.
Diese Reformbewegung ist im deutschsprachigen Raum durch den Faschismus ausgelöscht worden, den meisten engagierten Psychoanalytischen Pädagogen gelang die Flucht ins - vorwiegend amerikanische - Exil; nur einige wenige kehrten zurück.
Vor 26 Jahren hatte die Wiener Psychoanalytische Vereinigung mit der durch Thomas Aichhorn besorgten Publikation „Wer war August Aichhorn?“ an das Wirken des „Begründers“ der Psychoanalytischen Pädagogik erinnert - an August Aichhorn. Mit dem vorliegenden Werk wird dieser Versuch auf einer thematisch breiteren Basis fortgeführt. Konkreter Anlaß bildete der 50. Todestag von Aichhorn.
Der bedeutsamste, wirklich neue, knapp 100seitige Beitrag dieses Buches wird abschließend wiedergegeben: die von Thomas Aichhorn entdeckten und luzide kommentierten Protokolle des „Seminars für Psychoanalytische Erziehungsberatung“, welches August Aichhorn von Herbst 1946 bis 1949 in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung abgehalten hatte. Teilnehmer waren städtische Erziehungsberater, Berufsberater sowie Psychoanalytiker. Dieser Quellentext ermöglicht einen anregenden Einblick in die schwierigen, gesellschaftlich betrachtet marginalisierten Versuche, an die produ