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In den letzten Jahren sind eine große Anzahl von historischen, biographischen sowie autobiographischen Studien zur Geschichte der Psychoanalyse publiziert worden. Diese Studien intendieren eine Erforschung der Entstehung der Psychoanalyse wie auch ihrer Theorieentwicklung im Kontext ihrer jeweiligen gesellschaftlich-historischen Rahmenbedingungen, sowie auch ein Verständnis der Persönlichkeit einzelner Psychoanalytiker der ersten bzw. zweiten Generation.
Je nach Standpunkt, Zugangsweise und Erkenntnisinteresse der Autoren sind hierbei recht unterschiedliche Vorstellungen von der Persönlichkeit dieser Analytiker entstanden, wobei man von einem Spannungsverhältnis zwischen Idealisierung und Entidealisierung, Ernüchterung, sprechen kann.
Nun ist eine autobiographische Erinnerung erschienen, die in mehrfacher Hinsicht als außergewöhnlich zu bezeichnen ist. Sie stammt von der 1907 geborenen Amerikanerin Esther Menaker, die gemeinsam mit ihrem Ehemann William Menaker 1930 von den USA nach Wien kam, um dort sowohl eine psychoanalytische Ausbildung als auch ein Studium der Psychologie zu absolvieren. Ihre gemeinsamen Studien- und Ausbildungsjahre dauerten insgesamt knapp fünf Jahre, bis 1935. Danach kehrte die Autorin, inzwischen zur Mutter geworden, gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Amerika zurück, lehrte später klinische Psychologie an der Universität in New York und arbeitete als Psychoanalytikerin in eigener Praxis.
Außergewöhnlich ist dieses lebendig geschriebene, großzügig bebilderte Erinnerungsbuch insbesondere deshalb, weil es der Autorin - im zeitlichen Abstand von über 50 Jahren - gelingt, ihre aus der kulturell-distanzierten Perspektive einer Amerikanerin geschärfte Beobachtungsgabe in ein lebendiges, persönliches Stimmungsbild der psychoanalytischen Szene Wiens der 30er Jahre zu formen.
Menakers Porträts einzelner führender Analytiker der damaligen Zeit (A. Freud, H. Nunberg, H. Deutsch, R. Wälder, W. Hoffer, E. H. Erikson, H. Lampl, B. Bornstein), aus der schwierig