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1859 verließ die Familie Freud, bestehend aus Vater Jacob, Mutter Amalia, dem dreijährigen Sigismund (der sich später Sigmund nannte) und der wenige Monate alten Anna, ihren bisherigen Wohnort Freiberg/Příbor in Mähren und zog über Leipzig nach Wien. Soviel ist allbekannt. Danach fängt die Unsicherheit an. Schon der zeitliche Rahmen schwankt: es gibt bisher keine zuverlässige Information, wann die Abreise von Freiberg war und wie lang der Leipzigaufenthalt dauerte. Unklar ist ferner, was Jacob Freud in Leipzig vorhatte und warum er dort nicht blieb. Diese Fragen können wir jetzt aufgrund einiger neu aufgefundener Quellen, zumeist aus dem Stadtarchiv Leipzig, mehr oder weniger eindeutig beantworten. Damit wird der bisherige Stand der Forschung, wie er von Bernfeld u. Bernfeld (1944), Jones (1953), Sajner (1968) und Krüll (1992) erarbeitet und später von Goodnick (1998) erörtert wurde, um ein gutes Stück vorangebracht. Unabhängig von uns haben auch Laible u. Hlousek (2003) das Leipziger Archivmaterial, das wir verwerten und im Anhang dokumentieren, entdeckt und in Umrissen vorgestellt.2 Sie sagen darüber mit Recht, daß es einen »weißen Fleck in Freuds biographischer Landkarte« ausfüllt.