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Nichts ist für den Menschen als Menschen etwas wert, was er nicht mit Leidenschaft tun kann.2
Otto Gross, der 1877 in Graz geboren wurde, zeitweise der Freud-Schule angehörte und 1920 in Berlin starb, ist wieder im Gespräch. Sowohl seine eigenwilligen Theorien, deren Anfänge Freud veranlaßten, ihn neben Jung als seinen hoffnungsvollsten Schüler zu betrachten, als auch sein unkonventionelles Leben üben neue Faszination aus. Eröffnet wurde diese Renaissance durch Martin Greens kulturhistorische Studie (1976) zur »erotischen Bewegung« um die Schwestern Else und Frieda v. Richthofen sowie durch Emanuel Hurwitz’ Werkbiographie (1979), die Gross als »Paradies-Sucher zwischen Freud und Jung« beschrieb.3 1980 erschien eine Auswahl seiner Werke unter dem Titel »Von geschlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe«.4 Heute tragen internationale Kongresse, die seinen Lebensstationen Berlin, Zürich, München und Graz nachgehen, Mosaiksteine des Denkens und Lebens von Gross zusammen.5 Die Tagungsbände orientieren sich leitmotivisch an Gross’ Gedanken (1913a, S. 13): »Die Psychologie des Unbewußten ist die Philosophie der Revolution!«
Dieses Fanal steht in dem Aufsatz »Zur Überwindung der kulturellen Krise«, den er 1913 für die expressionistische Zeitschrift Die Aktion schrieb und der die Synthese seines psychisch und sozial revolutionären Anliegens bietet. Gross spricht dort vom »Schrei nach Erlösung«, der von