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Um es gleich vorweg zu sagen: Dieses Buch ist die bisher beste Untersuchung zur Traumliteratur des 19. Jahrhunderts und eine der besten historischen Arbeiten zur Traumforschung überhaupt. Goldmann bietet eine luzide Darstellung der deutschsprachigen Traumtheorien von Karl Friedrich Burdach bis Sigmund Freud , wobei er viele philosophische, institutionelle und persönliche Verbindungen zwischen den Autoren aufdeckt. Fast jede Seite seines Buches bezeugt, wie fruchtbar es ist, die Quellen aus erster Hand zu lesen; einige der Archivdokumente, die er gefunden hat, sind sehr wertvoll, und ein philologischer Exkurs über Traumkomposita belegt die traditionellen und die originellen Aspekte von Freuds Terminologie. Zweimal lobt Goldmann das 1. Kapitel der Traumdeutung als die beste Einführung in die Traumtheorie des 19. Jahrhunderts. Was immer man von diesem Urteil halten mag, er selbst hat Freuds Kapitel klar übertroffen.
Die 1870er Jahre waren im deutschsprachigen Raum eine Blütezeit der Traumforschung. Goldmann zeigt, daß Wien und Leipzig deren Hauptzentren waren; jedem widmet er ein Kapitel. Das erste behandelt Konzeptionen der unbewußt symbolisierenden Traumtätigkeit, mit Schwerpunkt bei Karl Albert Scherner, Das Leben des Traums , Johannes Volkelt, Die Traum-Phantasie und den Verbindungen beider zu Robert Vischer und seinem Vater Friedrich Theodor - namhaften Vertretern der psychologischen Ästhetik. Hier geht Goldmann auch auf Freuds frühes Interesse am Traum ein und erörtert die Frage, ob Freud um 1880 von der Wiener Debatte über die Traumphantasie Kenntnis genommen hat. Briefe von R. Vischer an Scherner und von Volkelt an Fr. Th. Vischer, die er ausgegraben hat, beleuchten nicht nur die Entwicklung der »Traumphantasie«, sondern auch die der »Einfühlung«, ein Begriff, den der jüngere Vischer 1873 geprägt hat. Im zweiten Kapitel wendet sich Goldmann der Traumforschung und Psychophysik in Leipzig zu, von Gustav Theodor Fechner und Ludwig Strümpell bis zu Wilhelm Wundt u