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Narziß und Ödipus, kathartische Methode und psychische Topik sind Namen und Begriffe der griechischen Antike, die innerhalb der Psychoanalyse konzeptionelle Bedeutung erlangt haben. Bekannt ist aber auch, daß dort, wo Freud in seinen Schriften ein antikes Zitat anbringt, ein Problem verborgen liegt. All diese virtuosen Anspielungen beschwören eine Antike, die lange schon auf eine systematische Darstellung wartet.
In einer aus dem Italienischen übersetzten akademischen Arbeit zur »Forme e funzioni della cultura classica« in Freuds Werk (Universität Genua ) beschränkt sich Paola Traverso auf die Frühzeit der Psychoanalyse. Abgesehen von einem Exkurs über Freuds Verwendung lateinischer Zitate, erörtert die Autorin die Herkunft und Rezeption des Katharsis-Begriffs von Aristoteles über Lessing und Bernays bis hin zu Freud, untersucht die Rezeption der Traumauffassung des Aristoteles und der Traumauslegung des Artemidor von Daldis innerhalb der verschiedenen Auflagen der Traumdeutung, und lotet den Bedeutungshorizont des Mottos der Traumdeutung, Vergils »Acheronta movebo«, vielseitig aus. Traverso sieht in den lateinischen Zitaten und