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Die Ausstellung im Wiener Sigmund Freud-Museum, deren Katalog dieser schön gearbeitete Band ist, galt dem Haus, in dem Freud fast 47 Jahre lang lebte, und seinen Mitbewohnern, allerdings nur den jüdischen (außer Dorothy Burlingham). Wir lernen den Fleischer Siegmund Kornmehl vom Parterre kennen und den Kaufmann Emil Humburger mit seiner Frau Dorothea vom 2. Stock. Im Kern handelt der Band nicht über Psychoanalysegeschichte, sondern über die Geschichte der Judenverfolgung in Wien ab 1938, gespiegelt in bürokratischen Akten, und über den Umgang der Spätergeborenen mit ihr. Dem entsprechen drei der Textbeiträge, von Oliver Rathkolb, Felix de Mendelssohn und Moshe Zuckermann. Im übrigen feiert darin das Museum, das in Freuds früherer Wohnung untergebracht ist, sich selbst. Die beiden Beiträge von Lydia Marinelli und Heidemarie Uhl denken über die Selbstinszenierung dieser Gedenkstätte nach. - M. S.