You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zusammenfassung: Mund, Anus und Genitale spielen in Sigmund Freuds Körperbild eine zentrale Rolle. Um diese Löcher - im Sinne des Durchgangs - organisiert sich das psychoanalytische Verständnis sowohl der menschlichen Entwicklung als auch des Geschlechterverhältnisses. Die Körpergegenden, die sich dazwischen ausbreiten, erscheinen auf der seinerzeitigen psychoanalytischen Landkarte wie eine terra incognita - Löcher im Sinne der Auslassung. Die vorliegende Arbeit geht den Wurzeln dieses Körperbilds sowie des Freudschen Interesses für eine Psychologie dessen nach, was unter der präsentierten Oberfläche liegt; und seinem Umgang mit Scham. Sie stellt Beziehungen her zwischen Freuds Lehre und dem Demaskierungstrend des späteren 19. Jahrhunderts, speziell der Medizin und namentlich auch der Wiener Medizin jener Zeit, welche in bezug auf das chirurgische und endoskopische Erschließen des Körper-Inneren schrittmachend war. Es wird nach Funktionalität und Dysfunktionalität - in historischem und therapeutischem Kontext - des klassischen Freudschen Körperbilds gefragt.