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»Ich fühle mich ganz als Fortsetzer meines Vaters und betrachte es als meine Lebensaufgabe das Werk des Professors in den Dienst einer besseren Weltordnung zu stellen« (E. Federn an A. Freud, 24. 7. 1945; S. 938).
»Ich habe bereits erwähnt, daß zu Hitlers Geburtstag am 20. April [1939] wahrscheinlich hunderte Gefangene entlassen wurden. Es war ein Frühlingstag und es wurde nicht gearbeitet. Wir gingen im Lager herum, und alle paar Minuten wurde ein Name aufgerufen, um entlassen zu werden. So sehr ich hoffte, meiner wäre darunter, er war es nicht« (S. 526). Sieben fürchterliche Jahre lang wurde der Trotzkist und Jude Ernst Federn in Dachau und Buchenwald gefangengehalten, mußte das Sterben, die Ermordung zahlreicher Freunde erleben, das immer neue Scheitern seiner verzweifelten Hoffnung auf Befreiung ertragen, ohne den täglichen Überlebenskampf aufzugeben - und war in seinen Gedanken immer wieder bei seiner in Wien auf ihn wartenden Verlobten Hilde sowie bei seinen Eltern Wilma und Paul Federn. Diese waren 1938 nach New York emigriert und unterstützten ihn von dort aus - über den in Basel wohnenden Heinrich Meng sowie über Hilde Federn - mit lebensrettenden Geldüberweisungen.
Ernst Federn, der am 26. August dieses Jahres seinen 90. Geburtstag gefeiert hat, überlebte. Am 11. April 1945 wurde er von amerikanischen Soldaten in Buchenwald befreit. Er ging gemeinsam mit Hilde, die er im Februar 1947 heiratete, nach einem knapp dreijährigen Zwischenaufenthalt in Brüssel in die USA. Die Wiedersehensfreude währte nicht lange; seine Eltern verstarben kurz nach seiner Ankunft, 1949 und 1950. Die neue Situation in den USA bot ihm wenig Gelegenheit, das erlittene Trauma zu »bearbeiten«. Auch von seinen »euphorisch-revolutionären«, gleichermaßen gesellschaftspolitisch wie psychoanalytisch-pädagogisch geprägten »europäischen Hoffnungen« (S. 43) mußte er sich in dem antikommunistisch geprägten Amerika verabschieden. Es gelang ihm, seine durch die Gefangennahme unterbrochene Berufsaus