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Am IPV-Kongreß in Den Haag beschlossen die Mitglieder des »Komitees«, des 1912/13 gegründeten informellen Führungszirkels der IPV, sich mittels regelmäßiger Rundbriefe über die wichtigsten Vorkommnisse und Pläne auf dem laufenden zu halten (ohne damit die persönlichere Korrespondenz aufzuheben). Die Briefe waren, wie Ferenczi zur Eröffnung feststellt, »Fragen der psychoanalytischen wissenschaftlichen Propaganda und Mitteilungen persönlicher Natur« gewidmet (Wittenberger u. Tögel , S. 47). Ziel war eine effizientere Leitung und Kontrolle der psychoanalytischen Bewegung - in den Worten von Jones: »the opportunity of exercising our united influence on the official control of all matters concerning the Association« (Wittenberger u. Tögel , S. 67).
Die Rundbriefe sind im wesentlichen eine Geschäftskorrespondenz, die aber zunehmend von persönlichen Konflikten und Fraktionsbildungen überlagert wird. Im Jahr 1922, dem der neu erschienene 3. Band gewidmet ist, entzünden sich die Konflikte vor allem an organisatorischen Fragen wie am Verhältnis zwischen dem Wiener psychoanalytischen Verlag und seiner englischen Abteilung, auf welches oft geschilderte Kapitel der Geschichte ich hier nicht eingehe. Aus der Fülle der sonst berührten Themen greife ich nur ein paar heraus, um gleichsam einen Vorgeschmack zu geben: die Diplom-und Laienfrage; die Aufnahme neuer Zweigvereinigungen in die IPV (Moskau, Leipzig, Indien); die Mitgliedschaft Homosexueller (wozu Freud eine für damalige Begriffe bemerkenswert liberale Haltung einnimmt); die Frage, ob die Komitee-Freunde »einige verläßliche Mitglieder ihrer Lokalgruppe« zu einem »Subkomité« organisieren sollten (dem allerdings die Existenz des »Hauptkomitees« zu verschweigen sei) (S. 120 f.); ob die eigenen Zeitschriften auch psychoanalysekritische Arbeiten veröffentlichen sollten; oder die - wie ich finde, reizvolle - Idee einer psychoanalytischen Tanzschule, an der sich zu beteiligen Ferenczi allerdings »natürlich« ablehnte (S. 66). Breite