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Über Else Pappenheim, 1911 in Salzburg geboren und heute in New York lebend, weiß man so wenig wie über viele Psychoanalytiker, die in den dreißiger Jahren aus Mitteleuropa vertrieben wurden und in der Neuen Welt Fuß faßten. Diesem Mangel hilft die sorgsame Ausgabe ihrer Schriften, verbunden mit bio- und historiographischen Erläuterungen und Kommentaren des Herausgebers Bernhard Handlbauer, ein gutes Stück weit ab. Gerade in seiner Detailversessenheit bildet der Band eine wahre Fundgrube für Leser, die sich für die Emigrationsgeschichte speziell österreichischer Mediziner, Analytiker und Psychiater in Amerika näher interessieren.
Der ausführliche erste Teil des Buches, trotz seiner 200 Seiten als »Einleitung« firmierend, breitet Else Pappenheims Lebensgeschichte aus: von der Wiener Kindheit und Gymnasialzeit über die psychoanalytische Ausbildung und die Vertreibung nach dem »Anschluß« Österreichs ans Deutsche Reich bis zu den Emigrationsstationen Baltimore, New York, New Haven und wieder New York, wo sie in verschiedenen Funktionen als Neuropsychiaterin und Analytikerin tätig war. Obwohl sie den größeren Teil ihres Lebens in den Vereinigten Staaten verbrachte, wird aus jeder Äußerung von ihr deutlich, wie stark Pappenheim von Sprache und Kultur der Wiener Zwischenkriegszeit geprägt blieb. Mancher Leser, dem diese Epoche entrückt ist, dürfte überrascht