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Das Lexikon enthält in der Hauptsache 113 Biographien von Frauen und Männern, die im Schnittbereich von Psychoanalyse/Psychiatrie und Ethnologie tätig waren und sind. Es ist aus einer Internet-Dokumentation hervorgegangen, die fortgeführt wird und die ergänzende Informationen bietet (chambre.at).
Die behandelten Personen reichen, zeitlich gesehen, von Sigmund Freud
bis Sigrid Awart (geb. ). Mit dieser Spannbreite ist ein konzeptionelles Problem angesprochen: daß das Lexikon zugleich der historischen Forschung dienen will und der aktuellen Netzwerkpflege einer jungen Disziplin (siehe z. B. die angegebenen Kontaktadressen). Dadurch entsteht eine Inkonsistenz unter den Beiträgen. Zum einen hinsichtlich der Personenauswahl, wo sich, je näher man der Gegenwart kommt, desto weniger die Spreu vom Weizen gesondert hat; und zum anderen hinsichtlich der Schreibweise, denn der Zugang zu historischen Figuren ist ein anderer, distanzierterer als der zu Zeitgenossen, die den Autoren ihrer Biographie über die Schulter schauen. Kein Wunder, daß die Artikel über Lebende oft wie Selbstdarstellungen klingen. Zugleich ist das Angebot von Daten zu Leuten, über die man sonst kaum etwas findet, ein besonderes Verdienst des Buches. Je ein Drittel der Artikel betreffen verstorbene Personen und lebende, die einerseits älter sind als 60 Jahre und andererseits jünger.
Unter den historischen Figuren erscheinen viele altbekannte Wiener Analytiker, über die man wenig Neues erfährt. Ein größeres Interesse erwecken Einträge wie die über den Deutschen Eckart von Sydow, die Ungarin Alice Bálint, den Engländer John C. Flugel, die Amerikanerin Cora DuBois oder den Südafrikaner Wulf Sachs. Vom Geburtsjahr her betrachtet, überzeugt das Lexikon besonders bei der Gruppe der ca. 1900-1930 Geborenen, darunter auch Bryce L. Boyer (mit Frau Ruth), Octave Mannoni, Edmond und Marie-Cécile Ortigues, Anne Parsons, Melford E. Spiro, Erich A. Wulff, Georges Devereux, Fritz Morgenthaler und das Ehepaar P