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Den thematischen Schwerpunkt des vorliegenden Heftes bilden die Berliner Jahre von Edith Jacobssohn, der doppelt berühmten Analytikerin, die einerseits wegen ihrer Mitwirkung in einer Widerstandsgruppe 1935-1938 in Nazi-Gefängnissen saß und die andererseits, nach ihrer Flucht aus Deutschland, mit einigen klassischen Büchern die amerikanische und so auch die internationale Psychoanalyse mitgeprägt hat.
Ulrike May verfolgt im Detail, ob und wie sich Jacobssohns linkspolitisches Engagement vor 1938 in ihren wissenschaftlichen Publikationen niedergeschlagen hat. Ungewöhnlich an dem Aufsatz ist erstens, daß diese Frage einmal nicht an den Hauptvertretern der »politischen« Psychoanalyse, Wilhelm Reich und Otto Fenichel, sondern an einem weniger prominenten Mitglied ihres Kreises, und zweitens, daß sie nicht an explizit politischen, sondern vor allem an klinischen Texten untersucht wird. Michael Schröter beschreibt, ausgehend von Jacobssohns Lehrtätigkeit in der Fortbildung für soziale Berufe, ein bisher ganz unbeleuchtetes Kapitel in der Geschichte der psychoanalytischen Pädagogik, in dem der Keim einer Entwicklung faßbar wird, die, ohne den Bruch von 1933, in Berlin zu einer ähnlich fruchtbaren Annäherung zwischen Psychoanalyse (Kinderanalyse) und Pädagogik hätte führen können, wie sie in Wien vor sich ging. Beiden Beiträgen zum Themenschwerpunkt ist gemeinsam, daß die Autoren im Zuge ihrer historischen Recherchen die Hoffnungen bearbeiten, die viele Angehörige ihrer Generation während der Studentenbewegung mit der Psychoanalyse, vor allem mit einer sozial und soziologisch aufgeschlossenen Psychoanalyse, verbunden haben.
In der Abteilung der thematisch freien Beiträge würdigt Manfred Klemann Lou Andreas-Salomé als Psychoanalytikerin. Er arbeitet heraus, mit welcher Intensität Andreas-Salomé ihre informelle analytische Ausbildung betrieb und wie ihre klinische Kompetenz nicht zuletzt dank Freuds brieflicher Supervision zunahm. Damit tritt er dem Klischee entgegen, das in »L