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Zusammenfassung: Der Verein Jugendheim in Berlin-Charlottenburg, eine Trägerorganisation von Fürsorgeeinrichtungen und Ausbildungsstätten für soziale Berufe, richtete 1928 ein »Soziales Institut« ein, das u. a. auch Fortbildungsveranstaltungen anbot. Dabei spielte die Tiefenpsychologie eine markante Rolle: vorrangig die Adlerianer, am wenigsten die Jungianer und mit wachsendem Gewicht die Freudianer. Deren Präsenz kam zugute, daß zwei Dozentinnen des Jugendheims (Hildegard Buder-Schenck, Ursula Graf [Laessig]) damals eine analytische Ausbildung begannen. Die Hauptvertreter der Psychoanalyse am Institut waren Siegfried Bernfeld, Edith Jacobssohn und Steffi Bornstein; eine erhaltene Mitschrift aus einem Seminar von Jacobssohn wird in dem Aufsatz dokumentiert. Generell scheint sich in den Kursen der Psychoanalytiker eine Akzentverlagerung von akademischer Wissensvermittlung zur Supervision abzuzeichnen. Der psychoanalytische Unterricht im Verein Jugendheim markiert den Beginn einer institutionalisierten Annäherung zwischen (Sozial-)Pädagogik und Psychoanalyse in Berlin, analog zu älteren Entwicklungen in Wien. Durch das Aufkommen der Nazis wurde diese verheißungsvolle Geschichte, die bisher völlig unbekannt war, abgeschnitten.
Summary: Psychoanalysis in the advanced vocational training of social workers, Berlin 1930-1933 (Verein Jugendheim). The Verein Jugendheim in Berlin-Charlottenburg was a holding organisation of welfare institutions and of training facilities for members of the caring professions. In 1928 it founded a Soziales Institut that offered various courses for advanced vocational training. In those courses depth psychology - mainly represented by the Adlerians, least by the Jungians and increasingly by the Freudians - had a prominent place. The role of the Freudian school was supported by the fact that two staff members of the Jugendheim (Hildegard Buder-Schenck, Ursula Graf [Laessig]) started their analytic training at that time. The main teachers of psychoanalysis at the Institute were Siegfried