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Groddecks Werk ist in der deutschen Psychoanalyse bislang kaum rezipiert worden. Ich denke, dies gehört zu den Folgen der nationalsozialistischen Verwerfung. Groddeck stammt aus einer das Leben und die Subjektivität feiernden Tradition, die im scharfen Gegensatz zu Freuds kritischem Rationalismus stand. Er propagierte die Hingabe an das Unbewußte. Georg Lukács' Verdikt von 1954 über den deutschen Irrationalismus (in Die Zerstörung der Vernunft) trifft auch auf ihn zu: »Herabsetzung von Verstand und Vernunft, kritiklose Verherrlichung der Intuition, aristokratische Erkenntnistheorie, Ablehnung des gesellschaftlich-geschichtlichen Fortschritts, Schaffen von Mythen«. Spätestens seitdem die deutschsprachige Psychoanalyse nach 1945 sich anschickte, die internationale Entwicklung nachzuvollziehen und eine neue Identität zu finden, paßte Groddeck so wenig in das eigene Selbstverständnis, daß er bis heute kaum gesellschaftsfähig wurde. Und doch gibt es eine kreative Groddeck-Rezeption in der französischen Psychoanalyse (z. B. bei Pontalis, Lewinter, Mannoni, Chemouni, Laplanche) und seine Wirkung auf bedeutende Schriftsteller und Künstler wie I. Bachmann, L. Durrell und O. Jägersberg.
Es sind zwei Bücher, die ich hier anzeigen möchte. Groddecks Buch vom Es muß nicht weiter vorgestellt werden. Diese »Psychoanalytischen Briefe an eine Freundin« gehören zu den Klassikern der psychoanalytischen Literatur und liegt nun erstmals in einer Ausgabe vor, die zwar nicht ganz, aber fast so schön ist wie die Erstausgabe von 1923. Format, Schrifttyp und Paginierung sind übernommen worden, der Einband mit der Teufelsmaske überzeugt, und der Preis ist sehr günstig.
Das zweite Buch ist ein Materialband,