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»Die analytische Literatur ist sehr groß. Es ist erstaunlich, ein wie geringer Prozentsatz davon sich mit analytischer Technik befaßt« - diese Aussage, die Otto Fenichel 1936 machte, trifft für die psychoanalysehistorische Literatur genauso zu. Es werden zwar gern Vergleiche zwischen den technischen Ratschlägen und dem wirklichen Umgang Freuds mit seinen Patienten angestellt oder die Innovationen von Ferenczi gewürdigt, aber ansonsten gibt es kaum Arbeiten zur Geschichte der analytischen Technik. Das mag teilweise daran liegen, daß das praktische Know-how vor allem mündlich tradiert wird. Gleichwohl fanden seit den 1920er Jahren, im Zuge der Professionalisierung der Psychoanalyse, intensive schriftliche Diskussionen über Fragen der Technik statt, die sich nachzeichnen lassen und die aufzuarbeiten sich lohnt. Der Themenschwerpunkt des vorliegenden Hefts ist dieser Aufgabe gewidmet - nicht zuletzt in der Hoffnung, daß eine solche Fragestellung auch praktizierende Therapeuten vom Sinn historischer Forschung zu überzeugen vermag.
Den Beginn macht Eran J. Rolnik, der einen faszinierenden Brief entdeckt hat, in dem sich die junge Paula Heimann Anfang 1933 bei ihrem Lehranalytiker Theodor Reik über ein technisches Seminar von Wilhelm Reich beschwert. Die Spannung zwischen zupackender Widerstandsdeutung, im sicheren Gefühl korrekten Wissens, und einer behutsameren Haltung, die vor allem auf das »Übertragungserlebnis« achtet, hat nichts von ihrer Aktualität verloren. Daß jener Brief auf eine breitere, durchaus polemische Technik-Debatte hindeutet, die zwischen Reich (mit Fenichel) und Reik geführt wurde, unter dem Zeichen Systematik und Wissenschaftlichkeit des Vorgehens gegen Intuition und Offenheit für Überraschungen, zeigt Michael Schröter. Ruhiger verlief die technische Diskussion, die Edward Glover gleichzeitig in England moderierte. Als Beitrag zu seinem eindrucksvollen Forschungsprojekt hat Melanie Klein ein (bisher unbekanntes) Papier über »Angstberuhigung« verfaßt, d