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Wer sich mit der Geschichte der Psychoanalyse beschäftigt, kennt die Fragen: Welche Rolle spielte die jüdische Kultur in der Entstehung psychoanalytischen Denkens? Warum wurden besonders Menschen jüdischer Herkunft zu Pionieren der Analyse menschlichen Seelenlebens? Angesichts der Vernichtung des europäischen Judentums, und nachdem die Nazis die Psychoanalyse als »jüdische« Wissenschaft verfolgt und vertrieben haben, tragen diese so harmlos daherkommenden Fragen das ganze Gewicht der Geschichte in sich. Wie kann man sie diskutieren, ohne in die Fallen antisemitischer und rassistischer Vorurteile zu gehen?
Das Leben der großen jüdischen Minderheit im komplexen sozialen, kulturellen und politischen Zusammenhang mit einer stark antisemitisch geprägten Mehrheitsbevölkerung war in Wien vor 1938 besonders reich entwickelt. Das Jüdische Museum der Stadt Wien hat voriges Jahr versucht, in