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Felix Deutsch ist weithin als der Hausarzt Freuds bekannt, der 1923 dessen Krebserkrankung diagnostizieren mußte. Gerrit Hohendorfs 1996 abgeschlossene Dissertation stellt diesem verkürzten Bild eine ausführliche wissenschaftliche Würdigung entgegen. Deutsch, den Freud einmal den »Verbindungsoffizier zwischen Psychoanalyse und Medizin« genannt haben soll, war nach dem Ersten Weltkrieg einer der Pioniere in der Anwendung psychoanalytischer Konzepte auf innere Medizin und Neurologie. Nach einer Ausbildung als Internist und Neurologe hatte er sich Anfang der 1920er Jahre der Psychoanalyse zugewandt. Er arbeitete jedoch weiter als Kliniker in Wien, bis sich ihm eine berufliche Perspektive in den USA eröffnete. 1936 emigrierte er mit seiner Frau, der Analytikerin Helene Deutsch, nach Boston, wo er bis kurz vor seinem Tod an verschiedenen Kliniken und Instituten praktizierte, forschte und lehrte.
Die Biographie von Felix Deutsch bildet jedoch nicht den Schwerpunkt von Hohendorfs Untersuchung. Vielmehr geht es ihm darum, die Umsetzung und Weiterentwicklung psychoanalytischer Theorie bei Deutsch aufzuzeigen.