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100 Jahre nach dem ersten Erscheinen von Sigmund Freuds Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie brachte der Fischer-Verlag, wie schon bei den entsprechenden Jubiläen der Studien über Hysterie und der Traumdeutung , einen sehr schönen Reprint der 1905 von Franz Deuticke verlegten Erstausgabe heraus. Das Buch ist in Leinen und hellem, graugrünen Karton gebunden. Schriftbild und Druck der ersten Ausgabe blieben unverändert, einschließlich der an den Rand gerückten Anmerkungen, die mehr wie kleine Überschriften fungieren und sich in anderen Texten Freuds nicht finden.
Aber auch aus sachlichen Gründen ist dem Verlag für diesen Band zu danken. Hat man doch mit der 85 Seiten schmalen Erstfassung der Drei Abhandlungen einen Text vor sich, der sich von seiner letzten Fassung, die 20 Jahre später abgeschlossen wurde, so wesentlich unterscheidet, daß man ihn durchaus als eigene, andere Schrift lesen kann. Zwischen 1905 und 1924 nahm Freud zahlreichste Einfügungen und Anmerkungen, aber auch Weglassungen vor. Sie sind im Abdruck der Gesammelten Werke nicht gekennzeichnet, und bestimmte Einfügungen werden auch in der Studienausgabe nicht als solche kenntlich gemacht. Besonders in der zweiten Abhandlung über »Die infantile Sexualität« sind ganze Kapitel wie »Die infantile Sexualforschung« und »Entwicklungsphasen der sexuellen Organisation« neu dazugekommen , in der dritten Abhandlung über »Die Umgestaltungen der Pubertät« ist das Kapitel »Die Libidotheorie« ebenfalls zur Gänze eine Einfügung von 1915. Es ist aber jene Letztfassung, die wir gewohnt sind, als Basis unserer wissenschaftlichen Arbeit zu nehmen und die auch sämtlichen Übersetzungen zu Grunde liegt.
So wird mit diesem Reprint nicht zuletzt auf eine Entwicklungsgeschichte aufmerksam gemacht, die ihrer genauen Untersuchung noch harrt. Denn der Frage, warum Freud mit den Drei Abhandlungen in einer Weise verfahren ist, wie er es mit Ausnahme der Traumdeutung und der Psychopathologie des Alltagslebens sonst nicht getan hat - er p