You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das ansprechend gestaltete Buch verspricht, durch einen »historischen Überblick über die analytische Einstellung zum Umgang mit Patienten und damit auch zum Selbstverständnis des Analytikers, das sich darin ausdrückt«, die Frage zu beantworten: »Was geschieht wirklich hinter der Tür einer psychotherapeutischen Praxis?« Das macht neugierig. Und der klare, flüssige Stil des Autors macht es leicht, sich auf das Thema einzulassen.
Junker beginnt mit Freuds Beschreibung des idealen Analytikers als Archäologe, Chirurg und Spiegel. Seine ausführlichen Zitate geben ein gutes Bild von der Offenheit der Formulierungen Freuds, aus denen erst seine Schüler definitive, verabsolutierende Regeln gemacht haben, was besonders die Psychoanalyse in den USA geprägt hat. Eingehend beschreibt er dann, wie Ferenczi und Rank das Erleben als wesentliches Agens der Heilung dem Erkennen zur Seite stellten und wie Ferenczi schon früh die Gegenübertragung würdigte. Klassiker, wie z. B. Stones »Die psychoanalytische Situation« von 1961, kann man, lesend, den Zeitströmungen zuordnen und aus dem Kontext besser verstehen. Man erfährt weiter, wie und wann sich neue Strömungen anbahnten, etwa wie die Entwicklung von dreien der »vier Psychologien« (Pine) einen gewissen Angelpunkt schon im Marienbader Kongreß von 1936 hatte und wie der Einfluß Kohuts und damit die Entstehung der »vierten« Psychologie auf dem Hintergrund der spezifischen Weiterentwicklung und auch Verengung der Psychoanalyse in den USA zu verstehen ist. Die geistige Verwandtschaft der gleichaltrigen und gleich lang lebenden Analytiker Balint und Winnicott wird auf bestechende Weise dargestellt. Nicht zuletzt zeigt der Autor das Schicksal psychoanalytischer Begriffe auf, wie die Bedeutung einiger durch Übersetzung ins Englische verzerrt wurde und wie manche uns heute noch geläufigen Begriffe, die ursprünglich aus dem Deutschen stammen, erst durch verändernde Rückübersetzung in unser psychoanalytisches Vokabular Eingang fanden. So sprach F