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Das vorliegende Heft ist noch einmal eine Hommage an Freud zum Jubiläumsjahr 2006. Die Beiträge des Themenschwerpunkts, der ihm gewidmet ist, füllen ausnahmsweise das ganze Heft, wobei das Spektrum der Themen vom biographischen Detail über die Analyse von theoretischen Gesichtspunkten seines Werks bis zu Aspekten der Wirkungsgeschichte reicht.
Den Beginn macht ein durchweg aus wissenschaftshistorischer Perspektive entworfener Vortrag, den Albrecht Hirschmüller zum 150jährigen Geburtstag Freuds gehalten hat. Hirschmüller bietet einen sachkundig nuancierten Lebensabriß, untersucht verschiedene Gründe für die Rezeptionsschwierigkeiten, auf die Freud stieß, und erörtert die bekannte Parallelisierung der Psychoanalyse mit den Paradigmen von Kopernikus und Darwin. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, daß der Vergleich zwischen Freud und Galilei weiter trägt als der mit den beiden anderen Heroen eines wissenschaftlichen Menschenbilds. Mit einer prägenden Figur für Freuds Persönlichkeit, seinem frühverstorbenen Bruder Julius, befaßt sich Franz Maciejewski. Er stellt die wenigen Informationen zusammen, die wir über ihn haben, betont die Unstimmigkeiten zwischen diesen Angaben und entwickelt die These, daß Julius am ehesten in Roznau, während eines Kuraufenthalts seiner Mutter, geboren wurde. Michael Molnar betrachtet zwei Photos, die Freud im Sommer 1900 in einer familiären Szene zeigen, und amplifiziert die darin festgehaltenen Einzelheiten durch eine Fülle von Quellenzeugnissen. Das besondere aber an den beiden Bildern ist, daß sie offenbar sehr kurz nacheinander aufgenommen wurden, womit der Zeitablauf sichtbar wird, den Einzelphotos per se nicht erfassen können, was Molnar zu Reflexionen über die Eigenart des Mediums Photographie und sein Verhältnis zur Geschichte veranlaßt.
Eine Postkarte von 1905, mit der Freud die Mitglieder der Mittwoch-Gesellschaft aufforderte, sie möchten sich auf das Thema der nächsten Sitzung, Elektra, »durch Lektüre oder Theaterbesuch« vorbereiten, bil