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Zusammenfassung: Zentriert um den 14. Juni 1936, an dem Thomas Mann den Festvortrag, den er zum 80. Geburtstag Freuds in Wien gehalten hatte, für diesen privat noch einmal las, wird das »uneinfache« Verhältnis der beiden Männer untersucht. Es wird ihre allmähliche Annäherung skizziert, bis Mann 1929 öffentlich die Bedeutung Freuds für sein Projekt »Psychologie und Mythos« betonte und die beiden in direkten Kontakt zueinander traten. An der Rede von 1936 werden einige Züge von Ambivalenz aufgezeigt. Es wird gefragt, welche Rolle die Napoleondeutung, die Freud im Anschluß an
Manns Privatvortrag entwickelte (Identifizierung mit dem biblischen Joseph, um einen älteren Bruder zu übertrumpfen), für beide gespielt haben könnte, und überlegt, inwieweit der Kontakt mit Freud Thomas Mann geholfen haben mag, das Trauma seines frühen Vater-Verlusts zu bewältigen.