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Fast hätte man sich auch noch eine musikalische Untermalung durch Mozart gewünscht, als Gerhard Fichtner die Symposionsteilnehmer mit den Worten: »Lang ist der Winterabend, und ich möchte bei Dir sein!« begrüßte. Freud hatte sich dieses Zitat von Heine entliehen, um Martha seine Sehnsucht nach ihr zu bezeugen. Mit Mozart wären dann die drei großen Jubilare des Jahres 2006 versammelt gewesen, aber Freuds Verhältnis zur Musik war bekanntlich ambivalent. Aus Anlaß seines 150. Geburtstages stand das diesjährige Symposion ausnahmsweise unter dem thematischen Schwerpunkt »Freud«.
Zum Auftakt versuchte Günter Gödde, ein neues Licht auf Freuds Auseinandersetzung mit der Philosophie im Spiegel seiner Briefe zu werfen. Freud stand am Anfang seines Studiums sehr im Bann seines philosophischen Lehrers Brentano und entfremdete sich erst danach zunehmend von der Philosophie. Eindeutig ablehnend, wie man ihm gern unterstellt, war er aber nur den spekulativen Strömungen gegenüber.
Stefan Goldmann beschrieb in seinem Vortrag »… Krankengeschichten lesen sich wie Novellen« - Freuds Falldarstellungen und die literarischen Gattungen die inhaltliche und formale Verwandtschaft zwischen Novelle und Krankengeschichte. Beide zentrieren sich um einen Konflikt, der eine bestehende Ordnung gefährdet. Was jedoch dem Dichter frommt, wird dem Wissenschaftler mehr oder minder als Verstoß gegen die Forderung rationaler Methodologie angerechnet. Kein Wunder, daß psychoanalytischen Krankengeschichten oft der Hautgout des Unwissenschaftlichen anhaftet.
Helmut Gröger: Sigmund Freud zwischen I. Öffentlichem Kinderkrankeninstitut, freier Praxis und Wissenschaftsanspruch (1886-1896) wurde der interessanten Fragestellung nach einem möglichen Zusammenhang zwischen Freuds mehr als zehnjähriger klinischer Tätigkeit in der Pädiatrie und seiner aufkommenden psychodynamischen Forschung nicht ganz gerecht. Er zeigte aber auf, daß die beiden Arbeitsrichtungen bei Freud unverbunden nebeneinander herliefen.
Der Vortrag v