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Von den vielen Büchern, die zu Freuds 150. Geburtstag erschienen sind, ist dieses facettenreiche Handbuch eines der interessantesten und wertvollsten. Nach dem bewährten Konzept der Metzler-Handbücher erschließen 42 Autoren Leben, Werk und Wirkung Freuds, wobei erstmals in einem solchen Grundlagenwerk seine kulturtheoretischen Leistungen im Mittelpunkt stehen. Entsprechend ist das Buch eingeteilt: der 1. Teil erörtert den Epochenkontext und Freuds intellektuelle Biographie; der 2. und längste Teil bietet eine chronologisch und thematisch artikulierte Vorstellung seines Werks; der 3. Teil dreht sich um kulturtheoretische Aspekte und Fragestellungen, während sich der 4. Teil mit der Rezeptions- und Wirkungsgeschichte befaßt. Last but not least folgt ein Anhang mit Zeittafel, Freuds Schriften nach den Gesammelten Werken geordnet, der Liste der AutorInnen und einem Personenregister.
Den Anfang macht ein Artikel über Politik und Gesellschaft in Wien (1860-1938), in dem Hans-Martin Lohmann die Widersprüche der Doppelmonarchie (ein Koloß auf tönernen Füßen) und deren permanente Untergangsstimmung thematisiert bzw. den sozialen Rahmen zeigt, in dem Freuds unglaubliche Kreativität anzusiedeln ist. Günter Gödde betont im Widerspruch zu Freuds Selbstverständnis, daß sich dieser »in allen Phasen seines Denkens und auch seiner psychoanalytischen Theoriebildung im Rahmen von Problemstellungen der ›eigentlichen Philosophie‹ bewegt« (S. 10). Eine willkommene Herausforderung meiner Kompetenz bedeutet der dritte Beitrag, in dem Konstanze Fliedl die Wiener Moderne (Schnitzler, Hofmannsthal, Kraus etc.) in ihrem Reichtum und in ihrer Beziehung zur Psychoanalyse vorstellt. Last but not least berichtet Volkmar Sigusch über die Anfänge der modernen Sexualwissenschaft, und zwar sowohl über den langen Prozeß der »Fabrikation des ›Sexualwesens Mensch‹« (S. 41) durch Sexualwissenschaftler wie Krafft-Ebing und Mantegazza als auch über deren Rivalitäten und Differenzen gegenüber Freud. Der Teil