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Erklärtes Ziel der Autorinnen ist es, an ausgewählten Wiener Schauplätzen »Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Mentalitäts- und Kulturgeschichte, Biographie und Architektur« miteinander zu verweben und »zu Erzählungen zu verdichten« (S. 15). Die Auswahl der Schauplätze ist breit gestreut: neben einem Gastbeitrag von Inge Scholz-Strasser über das Sigmund Freud Museum als »historische Gedenkstätte« findet sich ein Kapitel über den »Universitätscampus Wien« unter dem überraschenden Titel »Zwischen Anpassung, Widerstand und weiblicher Protektion: Professor Freud«; über die Wohnung, in der Hermine Hug-Hellmuth ermordet wurde; über das Café Landtmann und das Palais Lieben-Auspitz in der Oppolzergasse 6; über das Hotel Bristol, in dem Marie Bonaparte während ihres ersten Besuchs bei Freud abstieg; über das Haus Wittgenstein, dessen Beziehung zur Psychoanalyse sich nicht auf den ersten Blick erschließt; über die Wohnungen von Bertha Pappenheim und Alfred Adler; über den Steinhof als letztes Domizil des Wolfsmanns; über das Bellevue, in dem Freud seinen »Traum von Irmas Injektion« träumte; über die Reformschule Eva Rosenfelds in Hietzing; über das Haus Muriel Gardiners; und schließlich über das Sommerhaus von Anna Freud und Dorothy Burlingham in Hochrotherd.
Die Beiträge gehen in unterschiedlichem Maße auf den Ort selbst ein - einmal wird er ausführlich gewürdigt wie im Falle des »Hauses Wittgenstein«, ein anderes Mal erfahren wir eigentlich nur etwas über den Bewohner oder die Bewohnerin wie bei Bertha Pappenheim. Das ist oft der Natur des Objekts geschuldet und kein Mangel. Befremdlich allerdings sind Aussagen wie »Die Erfolgsstory der ›Firma Freud‹ beruhte auf dem Engagement und dem Wissensdurst von Frauen« (S. 12), oder »viele seiner Kronprinzen wie Alfred Adler, C. G. Jung und Wilhelm Fließ […]« (S. 49). Und die Tatsache, daß Freud nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs in die »allgemeine Kriegsbegeisterung« einstimmte (S. 126), hätte durch einen Hinweis auf seinen Anfang 19