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Der vorliegende Band versammelt 19 Texte - allermeist Zeitungsartikel -, die vor 10-20 Jahren erstmals veröffentlicht wurden, darunter viele Rezensionen. Die einzige Forschungsarbeit ist die Studie über Freuds Leonardo, die 1992 in LUZIFER-AMOR erschien. Ansonsten schreibt Israëls über skandalträchtige Themen, die seinerzeit in der
Luft lagen, z. B. die wenig erfolgreiche Behandlung von Anna O., Freuds Umgang mit Kokain, Emma Ecksteins verhängnisvolle Nasenoperation, die posthume Darstellung von Bruno Bettelheim als Sadist oder die Konflikte um den Herausgeber der Fließ-Briefe, Jeffrey Masson. Ein holländischer Bekannter von ihm nannte Israëls treffend einen »muck-raker«. Seine Vorliebe für schmutzige Stories tarnt sich als Ethos des Biographen, der kein Tabu kennen darf, gehorcht aber vor allem den Regeln des Sensationsjournalismus. So führt der Band auch vor Augen, wie rasch Texte altern, wenn sie der Mode des Tages folgen.
Israëls will die Unwissenschaftlichkeit der Psychoanalyse erweisen. Dafür müßte man Kliniker oder empirischpsychologischer Forscher sein. Israëls ist keins von beidem und prüft stattdessen historische Fakten nach, soweit sich Freuds Werk auf solche bezieht. Er glaubt entdeckt zu haben, daß Freud die Fakten im Interesse seiner Thesen verfälscht hat - ergo: wenn das im nachprüfbaren historischen Bereich so ist, wird es im nicht nachprüfbaren klinischen ebenso sein. Seine Befunde aber beruhen auf einem vorgefaßten negativen Urteil. Ein Beispiel: Freud hat in der Leonardo-Studie einen Milan mit einem Geier verwechselt, weil ihm dessen Bezeichnung als »Hühnergeier«, die in seinen Quellen vorkam, nicht geläufig war. Israëls dagegen deutet diesen Lapsus als gezielte Verfälschung, wofür er keinen Beleg hat. Anderswo qualifiziert er die Analyse eines Sexualsymbols per se als »unsinnig«. Das heißt, hinter seiner Ablehnung der Psychoanalyse steckt eine apriorische Ablehnung der Vorstellung vom Unbewußten.
Wenn Freud ein »Quacksalber« war, erhebt sich die