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Von diesem inhaltlich sehr reichen Symposium, bei dem über 100 Vorträge gehalten wurden, ist es nicht möglich, umfassend zu berichten.1 So sollen lediglich einige Akzente gesetzt und ein Eindruck vom Ganzen vermittelt werden.
In ihrem Einführungsvortrag erklärte Sophie de Mijolla-Mellor, die derzeitige Präsidentin der Association Internationale d'Histoire de la Psychanalyse (AIHP), es sei ihr ein Anliegen, die AIHP für unterschiedliche Richtungen zu öffnen (sie selber sei kein IPV-Mitglied). Sie wünsche, dass sich die Psychoanalyse der Universität annähere, und sehe sich in einer Art Übergangsposition. Die Idee zum Thema des Symposiums sei ihr bei der Betreuung einer Doktorarbeit gekommen, wo der Begriff »mytho-magico-sexuel« im Zusammenhang mit den Drei Abhandlungen auftauchte. Unter dem Titel »Fonction des mythes dans les débuts de la psychanalyse« zeigte sie, ausgehend vom Begriff des »Mythologems« bei Kerényi, dass der Mythosbegriff, wie ihn Freud später verwandte, in der Auseinandersetzung mit Jung entstand. Freud und Jung seien sich zuerst in der Suche nach dem »regressiven Archaischen« einig gewesen. In der Frage der kindlichen Sexualität habe sich dann aber der Begriff bei ihnen unterschiedlich ausdifferenziert. Diese Auseinandersetzung bezeichnete Mijolla-Mellor als fruchtbaren Dialog und machte, untermauert mit Zitaten aus dem Briefwechsel zwischen Freud und Jung von 1909 bis 1911, die jeweilige Entwicklung ihrer Theorien am Begriff des Mythos fest.
Michelle Moreau-Ricaud, wissenschaftliche Sekretärin der AIHP, arbeitete in ihrem anregenden Beitrag »Un Freud grec? L'addiction de Freud pour les objets mythologiques« heraus, was Freuds Vorliebe für die Antike bedeutet. Sie stellte, anknüpfend an Anzieu, seine »Herkunftskultur« (das Judentum) seiner »Wahlkultur« (der griechisch-lateinischen) gegenüber, um zum Schluss die Frage aufzuwerfen, ob er, der sich als atheistischer Jude verstand, damit nicht doch zur Anbetung der griechischen und ägyptischen Götter oder