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Sophie Freud (geb. 1924; benannt nach der früh verstorbenen Freud-Tochter) ist die Tochter von Freuds Sohn Martin und dessen Frau Ernestine (»Esti«), geb. Drucker, deren Lebenserinnerungen das Kernstück des vorliegenden Buches bilden. In diese Erinnerungen montiert Sophie Freud, sich zeitweise auf ein Tagebuch stützend, ihre eigenen Kommentare sowie Beiträge ihrer Kinder Georg und Andrea, ihres Bruder Anton Walter (»Walter«) (1921-2004) und Auszüge aus anderen Materialien wie dem Buch Martin Freuds über seinen Vater. Dazu kommt eine große Anzahl von Briefen: Brautbriefe Estis an Martin, spätere Briefe zwischen den beiden (sie lebten getrennt - sie in New York, er in London), Estis Briefe an Walter und Sophie sowie weitere Briefe und Familienphotos. Besondere Schmankerl sind bisher unveröffentlichte Briefe Freuds, davon vier im Faksimileabdruck: einer an Martin nach dessen freiwilliger Meldung zum Kriegsdienst 1914, die der Vater »korrekt und anständig« findet; je einer an Esti und Sophie aus der Elsworthy Road; und ein in berührender Fehlleistung auf 1933 datierter Brief aus Maresfield Gardens an Esti, in dem Freud es ablehnt, in ihren Eheschwierigkeiten Rat zu geben.
Esti hatte keinen leichten Stand in der Freud-Familie. Freud machte aus seinen Vorbehalten ihr gegenüber kein Hehl; in seinen Augen war sie »nicht nur bösartig meschugge, sondern auch im ärztlichen Sinn verrückt« (S. 214). Mit Anna und damit auch mit Dorothy